Es ist vorbei.

„Ich hab einfach kein Bock mehr.  Keine Lust mehr drauf zu achten was ich wann poste. Keine Lust mehr JEDES gute Rezept in gesünder umzuwandeln und auch nur dann zu posten. Ich hab keine Lust Dinge nicht zu sagen die mich interessieren oder beschäftigen. Ich hab keine Lust mich nicht politisch zu äußern, nur weil jemand anderer Meinung sein könnte. Ich hab keine Lust drüber nachzudenken guten Content zu produzieren.“

Seit knapp zwei Jahren brennt mir ein Thema auf der Seele und in letzter Zeit (ok das wären auch wieder 7/8 Monate) ist es so schlimm geworden, dass ich mich fast vollständig von Instagram und Blog distanziert habe.

Ich liebe das Fotografieren, Schreiben, Kochen, Backen, aber genau so sehr liebe ich es Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, zu malen, mich mit Design zu beschäftigen, Architektur, Mode, Sport, Bauen, … doch den Teil sieht man auf meiner Instagram Welt nicht. Warum? Weil ich bisher dachte es passt nicht.

Es passt nicht zu der „Yakatharina“.

Yakatharina hat eine Entwicklung hingelegt: Von ungesundem Übergewicht, zu ungesundem Untergewicht, zu Normalgewicht. Doch das ist nicht alles. Ich hab mich zu Beginn hinter Instagram versteckt. Ich habe meinen Tag danach geplant wie das Sonnenlicht war, um mein Essen zu fotografieren. Das Essen selbst habe ich auch geplant, nach dem was möglichst gesund UND schön ist. Das was likes bekommt. Ich bin komplett im Instagram-Sumpf abgetaucht. Hab mich stundenlang damit beschäftigt Bilder zu liken, zu kommentieren, neue Follower „Willkommen zu heißen“. Klingt krank? Ist es auch. Und wenn ich jetzt daran zurück denke, weiß ich nicht ob mir nach Lachen oder Weinen zu mute ist. Das Schlimmste war aber: ich hab es nicht bemerkt. Ich hab mich selbst unter Stress und Druck gesetzt mit einem verdammten HOBBY. Etwas, was ich mal gemacht habe, weil ich es liebte. Ich bin  versunken auf der Suche nach Selbstwertgefühl, Akzeptanz und – ja was eigentlich? Ich hab keine Ahnung was ich da gesucht habe.

Instagram begann bei mir vor nun fast 5 Jahren. Als Hobby. Nicht mehr, nicht weniger. Warum es so über Nacht explodiert ist kann ich mir bis heute nicht erklären. Warum es ebenso über Nacht wieder eingeschlafen ist, auch nicht.

Jedenfalls kam dann (auch das ist bereits 3 Jahre her) mein Studium, die Zeit wurde knapper, es gab wichtigere Dinge als mein Essen zu fotografieren oder meinen Bauch zu trainieren. Die Followerzahl sank und sank. Die E-Mails von besorgten Lesern häuften sich. Der innere Druck stieg, die Gedanken kreisten schneller und schneller bis sie zu einer unerkennbaren Spirale zusammen wuchsen.

 

Und damit ging das Wichtigste scheinbar verloren: der Spaß, die Passion, die Leidenschaft. Meine Leidenschaft hat mir auf einmal leiden geschafft. Ich hab alles persönlich genommen. Zack, 100 Follower weniger, 100 Menschen mögen dich nicht mehr.

Es ist nicht mein Job, es ist ein Hobby. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Hab ich das schon zu oft gesagt? Ich habe wirklich lange überlegt ob ich einfach auf den „Account löschen“ Button klicke. Aber grade weil es ein Hobby ist, mein Hobby, möchte ich das alles nicht aufgeben. Ich mach weiter. Aber anders. Es gibt nicht mehr nur vegetarische Rezepte, ich esse Fleisch. Nicht oft, aber ab und zu. Es gibt nicht mehr nur Rezepte ohne Zucker. Ich LIEBE Zucker. Und es gibt auch nicht mehr nur Essen, denn ich liebe so vieles. So vieles macht mich glücklich, begleitet mich durch meinen Alltag.

Ich wünsche mir jetzt Feedback, aber keines was sagt „Oh du Arme. Toll das du nicht aufhörst“. Ich wünsche mir Feedback in dem ihr auf Euch schaut und Euch fragt ob der Umgang mit Instagram noch gesund ist. Inspiriert und Motiviert es ? Oder ist ein ständiges „ich will das auch“ im Kopf?

Es hat mich sehr lang gebraucht, zwei Jahre, um mir all dem bewusst zu werden und es nun endlich zu formulieren. Ich möchte mich nicht rechtfertigen. Ich möchte mich denen erklären, die vllt. schon seit 5 Jahren dabei sind und sich gefragt haben was los ist, ich möchte die vorwarnen, die nur auf das Comeback der „healthy“ Yakatharina warten und ich möchte denen Bescheid geben, die ich über Instagram kennenlernen durfte.

Ich habe mich stark verändert in den letzten Jahren, ich durfte viele Erfahrungen machen die mich geprägt haben. Positive und natürlich auch nicht wenig Negative. Aber das macht mich zu dem der ich bin, und ich bin im Wandel, werde es vllt immer bleiben. Und so wird es auch auf Instagram und meinem Blog ablaufen. Ich möchte mich nicht mehr verstellen und an Kriterien festmachen ob ich etwas teile oder nicht. Ich möchte nicht versprechen, dass ich jeden Tag was von mir hören lasse. Es kommt wie es kommt. So wie ich Spaß und Lust dran habe. Denn das waren die Gründe mit denen diese Reise begonnen hat.

Ich freu mich drauf